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Remarketing im Online-Marketing: Wie du mit gezielten Anzeigen Nutzer zurückgewinnst

Zusammenfassung:
Remarketing ist eine der effektivsten Maßnahmen im digitalen Marketing, um Nutzer nach dem ersten Websitebesuch erneut anzusprechen. Durch gezielte Kampagnen – beispielsweise mit Display-Bannern oder dynamischen Produktanzeigen – können Unternehmen ihre Conversion-Raten deutlich steigern. Ob im E-Commerce zur Rückgewinnung von Warenkorbabbrechern oder im B2B zur Lead-Nurturierung: Remarketing bringt verlorene Nutzer zurück in den Funnel. In diesem Glossarartikel erhältst du einen umfassenden Überblick über Strategien, Kanäle, Tools, rechtliche Aspekte und Best Practices aus der Praxis.



1. Was ist Remarketing und wie funktioniert es?

Remarketing bezeichnet die gezielte Ansprache von Nutzer:innen, die bereits mit einer Website oder App interagiert haben – jedoch ohne eine gewünschte Aktion (z. B. Kauf, Kontaktaufnahme) abgeschlossen zu haben. Über ein Tracking-Tag (Pixel oder Code-Snippet) werden Besuchsdaten anonymisiert gespeichert und Nutzer später über Werbenetzwerke wie Google Ads oder Facebook erneut mit Anzeigen angesprochen.

🔄 Funktionsweise:

  • Websitebesucher wird per Cookie oder ID getrackt
  • Nutzer wird einer Remarketing-Zielgruppe zugewiesen
  • Beim Besuch anderer Seiten oder Plattformen erhält er passende Anzeigen
  • Ziel: Rückführung zur Conversion auf die Ursprungsseite

2. Was ist der Unterschied zwischen Remarketing und Retargeting?

Die Begriffe „Remarketing“ und „Retargeting“ werden häufig synonym verwendet, unterscheiden sich jedoch leicht in der Definition – je nach Anbieter und Kontext.

🔍 Begriffsklärung:

  • Remarketing wird häufig von Google verwendet und bezeichnet insbesondere die Wiederansprache über Display-Netzwerke und Google-Produkte
  • Retargeting ist eher ein allgemeinerer Begriff für die Wiederansprache von Nutzern über verschiedene Kanäle (inkl. Social Media, Display, Video)

💡 Gemeinsamkeiten:

  • Ziel: Rückgewinnung von Nutzer:innen durch relevante Anzeigen
  • Tracking basiert auf Interaktion mit vorher besuchten Inhalten

📌 Unterschiede:

KriteriumRemarketing (Google)Retargeting (allgemein)
Häufig genutzte KanäleGoogle AdsSocial, Display, Native
BegriffsnutzungPlattform-spezifischKanalübergreifend

3. Welche Remarketing-Formate und Plattformen gibt es?

Remarketing ist heute auf zahlreichen Plattformen möglich – mit vielfältigen Anzeigenformaten, die je nach Kanal und Zielsetzung unterschiedlich performant sein können.

📺 Formate im Überblick:

  • Display Remarketing: klassische Banneranzeigen im Google Display Netzwerk oder anderen Plattformen
  • Video Remarketing: z. B. auf YouTube oder In-Stream-Formate
  • Search Remarketing (RLSA): spezifische Anzeigen bei Google-Suchanfragen ehemaliger Besucher:innen
  • Social Media Remarketing: Anzeigen über Facebook, Instagram, LinkedIn etc.

🔁 Dynamisch vs. statisch:

  • Statisch: gleichbleibende Anzeigen (z. B. mit Branding oder Angebot)
  • Dynamisch: personalisierte Anzeigen mit konkreten Produkten, die der Nutzer zuvor betrachtet hat



4. Wie erstellt man erfolgreiche Remarketing-Zielgruppen?

Ein effektives Remarketing beginnt mit der Definition präziser Zielgruppen. Dabei werden Nutzer nach ihrem Verhalten auf deiner Website segmentiert. Je granularer die Segmentierung, desto relevanter und konversionsstärker die Anzeigen.

🎯 Zielgruppen nach Verhalten:

  • Warenkorbabbrecher: besonders konversionsstark im E-Commerce
  • Produktseiten-Besucher: hohe Kaufabsicht, aber ohne Conversion
  • Blogleser oder Info-Seiten-Nutzer: potenziell interessiert, eher im Upper Funnel

🧩 Weitere Kriterien:

  • Aufenthaltsdauer auf der Website
  • Anzahl besuchter Seiten
  • Zeitpunkt des letzten Besuchs (z. B. innerhalb von 7 Tagen)

👥 Customer Match & Lookalikes:

  • Hochwertige Segmente lassen sich mit CRM-Daten anreichern (Customer Match)
  • Lookalike Audiences: Plattformen wie Facebook oder Google erstellen ähnliche Nutzergruppen basierend auf bestehenden Convertern

5. Welche Tools eignen sich für Remarketing-Kampagnen?

Für die Umsetzung von Remarketing-Kampagnen stehen viele leistungsstarke Tools zur Verfügung – sowohl native Werbeplattformen als auch Third-Party-Lösungen für komplexe Cross-Channel-Strategien.

🔧 Wichtige Plattformen:

  • Google Ads: umfangreiche Optionen für Display, Search und YouTube
  • Meta Ads Manager (Facebook & Instagram): Custom Audiences, dynamische Anzeigen
  • LinkedIn Ads: Remarketing nach Jobtiteln, Branche und Websiteverhalten

🛠 Weitere Tools:

  • Criteo: spezialisiert auf dynamisches Retargeting im E-Commerce
  • AdRoll: kanalübergreifendes Retargeting inkl. E-Mail und Social
  • HubSpot, Salesforce: CRM-gestütztes Remarketing in automatisierten Kampagnen

6. Wie setzt man Remarketing strategisch und zielgruppengerecht ein?

Remarketing sollte nicht wahllos erfolgen – gezielte Planung nach Funnel-Stufe, Anzeigeninhalt und Zeitintervall ist entscheidend für nachhaltigen Erfolg.

🧠 Funnel-angepasste Ansprache:

  • Top of Funnel (TOFU): Besucher, die sich Inhalte angesehen haben → Soft CTA (z. B. Whitepaper)
  • Middle of Funnel (MOFU): Produktinteressenten → Demo buchen, Testzugang
  • Bottom of Funnel (BOFU): Warenkorbabbrecher → Rabattanzeige, Reminder

⏰ Zeit und Frequenz:

  • Frequenz-Capping verhindert Überreizung durch zu viele Anzeigen
  • Ideale Dauer: je nach Ziel 7 bis 30 Tage ab letztem Websitekontakt

🔍 Ausschlüsse & Regeln:

  • Nutzer ausschließen, die bereits gekauft oder konvertiert haben
  • Remarketing-Pfade nach Gerätekategorie oder Kanal aufteilen



7. Was ist dynamisches Remarketing und wann lohnt es sich?

Dynamisches Remarketing ist eine Weiterentwicklung des klassischen Retargetings. Statt statischer Anzeigen sehen Nutzer individuell zugeschnittene Inhalte – z. B. exakt die Produkte, die sie zuvor im Online-Shop betrachtet haben.

🔄 Funktionsweise:

  • Nutzung eines Produktfeeds (z. B. via Google Merchant Center)
  • Automatisierte Anzeige dynamischer Werbemittel je Nutzerverhalten
  • Echtzeit-Rendering von Produktbildern, Preisen, Verfügbarkeiten

🛍 Vorteile:

  • Höhere Relevanz durch Personalisierung
  • Besonders effektiv für große Shops mit vielen SKUs
  • Ideal für Cross- und Upselling nach dem Erstkauf

⚠️ Voraussetzungen:

  • Technisches Setup mit Feed & Tagging (z. B. eComm-Events, ID-Übergabe)
  • DSGVO-konformes Tracking inkl. Zustimmung

8. Welche rechtlichen Anforderungen gelten für Remarketing und DSGVO?

Remarketing basiert auf dem Einsatz von Cookies und Tracking-Technologien – und ist damit seit Inkrafttreten der DSGVO an klare rechtliche Rahmenbedingungen gebunden.

📋 Anforderungen im Überblick:

  • Opt-In Pflicht: Nutzer müssen aktiv dem Tracking zustimmen (z. B. über Consent-Banner)
  • Zweckbindung: Verwendung nur für die klar definierte Remarketing-Maßnahme
  • Anbieterprüfung: Tools und Plattformen müssen DSGVO-konform sein

🛡 Umsetzungstipps:

  • Consent Management Plattform (CMP) einführen (z. B. Usercentrics, Cookiebot)
  • Tagging erst nach Zustimmung auslösen (per Trigger oder Consent-Mode)
  • Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie regelmäßig aktualisieren

9. Wie analysiert und optimiert man Remarketing-Kampagnen?

Wie bei jeder Performance-Kampagne gilt: Nur wer misst, kann optimieren. Remarketing bietet eine Vielzahl an KPIs, die Hinweise auf Zielgruppengenauigkeit, Anzeigenqualität und Return-on-Invest geben.

📊 Wichtige Kennzahlen:

  • CTR (Click-Through-Rate): wie oft wird die Anzeige angeklickt?
  • CPA (Cost per Acquisition): Kosten je Conversion
  • ROAS (Return on Ad Spend): Umsatz im Verhältnis zum Werbebudget

🧪 A/B-Tests & Varianten:

  • Teste unterschiedliche Anzeigenbilder, Call-to-Actions und Angebotsformulierungen
  • Split-Tests für Funnelstufen und Zielgruppensegmente

📈 Reporting & Attribution:

  • Nutze Tools wie Google Ads, Meta Business Manager, GA4 oder Looker Studio
  • Berücksichtige Assisted Conversions in Multi-Touch-Szenarien

10. Welche Remarketing-Strategien funktionieren in E-Commerce, B2B und SaaS?

Je nach Branche unterscheiden sich Zielgruppenverhalten, Kaufentscheidungen und Funnelprozesse – und damit auch die Remarketing-Taktiken.

🛍 E-Commerce:

  • Klassisches Warenkorbabbrecher-Remarketing
  • Nutzung dynamischer Anzeigen mit Preisnachlass-Trigger
  • Ergänzend: Cross-Selling nach dem Kauf (z. B. Zubehör)

👔 B2B:

  • Remarketing nach Whitepaper-Download oder Webinar-Anmeldung
  • Kombination mit LinkedIn-Retargeting nach Jobtiteln und Branchen
  • Lead-Scoring-Integration zur Relevanzsteigerung

🧩 SaaS:

  • Erinnerung an Demo-Buchungen oder abgebrochene Testanmeldungen
  • Angebotsphasen mit Countdown oder Value Propositions
  • Re-Engagement nach Testphase mit Benefit-Fokus

11. So bringst du deine Nutzer zurück – smarter Remarketing einsetzen

Remarketing gehört zu den effizientesten Wegen, den Marketingfunnel zu schließen – vorausgesetzt, die Maßnahmen sind gezielt geplant, gut segmentiert und DSGVO-konform umgesetzt. Mit den richtigen Tools, datenbasierten Zielgruppen und kreativen Anzeigenformaten kannst du verlorene Nutzer zurückholen und gezielt zur Conversion führen.

✅ Nächste Schritte:

  • Remarketing-Strategie auf Funnel-Stufen ausrichten
  • Tracking-Setup prüfen und DSGVO-Ready gestalten
  • Erste Zielgruppe definieren (z. B. Warenkorbabbrecher oder Demo-Interessenten)
  • Anzeige personalisieren und Frequenz-Capping beachten

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